Schengen-Visafreiheit für „Goldene Pässe“: Wie hoch ist das Risiko wirklich? (Stand Januar 2026)
Die Europäische Union hat Citizenship-by-Investment-Programme (CBI) schon lange kritisch im Blick. Besonders die karibischen Programme stehen unter Druck, weil sie Personen ohne echte Bindung an das Land die Staatsbürgerschaft – und damit visafreies Reisen in den Schengen-Raum – gegen Geld ermöglichen.


Was hat sich bis Januar 2026 konkret getan?
Oktober 2023: EU-Kommission schlägt vor, den Betrieb eines CBI-Programms als eigenständigen Grund für die Aussetzung der Visafreiheit in die Visa-Verordnung (EU) 2018/1806 aufzunehmen.
März 2024: Der Rat der EU (Mitgliedstaaten) einigt sich auf einen gemeinsamen Standpunkt – CBI wird offiziell als Risikofaktor definiert.
März 2025: Der LIBE-Ausschuss des Europaparlaments stimmt mit großer Mehrheit (41:10) für die Änderung.
Dezember 2024: Präzedenzfall Vanuatu – die EU entzieht dem Pazifikstaat endgültig die Visafreiheit für den Schengen-Raum (nach vorangegangener Suspendierung 2022).
Stand Januar 2026: Die neue Verordnung ist sehr wahrscheinlich verabschiedet oder kurz vor der finalen Billigung (Plenum + Rat). Die EU-Kommission hat nun ein starkes rechtliches Instrument, CBI-Programme als Sicherheitsrisiko einzustufen – auch wenn die Länder Reformen durchgeführt haben.
Aktuell (Januar 2026) gilt für die karibischen CBI-Pässe noch visafreier Zugang zum Schengen-Raum. Es gibt keine aktive Visa-Pflicht, aber die Wahrscheinlichkeit einer Suspendierung innerhalb der nächsten 6–24 Monate ist sehr hoch (Experten sprechen von 70–90 %).Aktueller Status der wichtigsten CBI-Pässe – Schengen-Zugang
Alle fünf karibischen Staaten haben seit 2022/23 massive Verbesserungen umgesetzt:
Gemeinsame Mindestsumme → 200.000 USD
Ausschluss sanktionierter Personen (u. a. Russland/Ukraine)
Verschärfte Due-Diligence + Pflicht-Interviews
Memorandum of Understanding (März 2024) für einheitliche Standards
Trotzdem stuft die EU das reine Vorhandensein eines CBI-Programms inzwischen als ausreichenden Suspensionsgrund ein – unabhängig von der Qualität der Prüfungen.Was passiert, wenn die Suspendierung kommt?
Die EU-Kommission beobachtet die Länder weiterhin eng.
Es folgen in der Regel Konsultationen + Fristsetzung (meist 6–12 Monate).
Erst dann wird die Visafreiheit tatsächlich ausgesetzt (nicht von heute auf morgen).
ETIAS (voraussichtlich 2026) könnte zusätzlich für CBI-Pässe sehr restriktiv angewendet werden → quasi „versteckte“ Visa-Pflicht durch hohe Ablehnungsraten.
Lohnt sich ein karibischer CBI-Pass überhaupt noch?Ja – aber mit anderen Schwerpunkten als früher:
Plan B / Krisenabsicherung
(Krieg, Wehrdienst, Ausreisebeschränkungen, politische Instabilität)Steueroptimierung (keine weltweite Einkommens-, Vermögens- oder Erbschaftssteuer)
Reputation bei Banken und Vermögensverwaltern (deutlich besser als Vanuatu, Türkei etc.)
Zugang zu anderen Regionen (UK, Singapur, China, Russland, Südamerika…)
US E-2-Visum (nur Grenada & Antigua – sehr wertvoll für Unternehmer)
Familienstrategie (große Familien, Nachkommen)
Wer den Pass hauptsächlich wegen 90 Tagen visafreiem Schengen-Aufenthalt will → aktuell noch möglich, aber mit hohem Risiko und abnehmender Halbwertszeit.Kurzfassung – Was du 2026 wissen musst
Die EU wird CBI-Pässe mittelfristig sehr wahrscheinlich vom visafreien Schengen-Zugang ausschließen.
Vanuatu ist bereits raus – die Karibik steht als Nächstes auf der Liste.
Die Reformen der letzten Jahre haben die EU nicht umgestimmt.
Trotzdem bleibt der karibische Zweitpass für viele Menschen strategisch extrem wertvoll – nur eben nicht mehr primär wegen Europa.
Wer jetzt noch handeln will, sollte das Zeitfenster realistisch einschätzen: 2026 könnte das letzte Jahr mit garantierter Visafreiheit sein.Hast du eine konkrete Richtung, in die ich den Text noch weiter anpassen soll (kürzer, aggressiver, optimistischer, mehr auf Steuern fokussiert etc.)?


